• Von der Kunst, sich durchzumogeln


    © 20th Century Fox

    Die Geschichte eines Misanthropen, der die Liebe entdeckt und dadurch vom philosophischen Deprimanten zum optimistischen Künstler mutiert. George ist ein Schüler, der kurz vor seinem Abschluss steht. Sein Problem ist nur: Er hat kein Interesse, irgendetwas zu machen, hat Angst vor dem Leben, das, wie er gleich zu Beginn des Films zitiert, nur eine Illusion ist.

    Er sieht keinen Sinn darin, Hausaufgaben zu machen. Aus diesem Grund ist er auch per Du mit dem Direktor, zu dem er täglich zitiert wird. Doch als Sally, eines der hübschesten und begehrtesten Mädchen der Schule, beim heimlichen Rauchen auf dem Dach erwischt wird, badet er spontan die Sache für sie aus.

    Als Belohnung zieht ihn Sally mitten hinein in ihre turbulente Welt. Sie lädt ihn zu angesagten Partys ein, begleitet ihn in Galerien und Museen, schwänzt mit ihm gemeinsam die Schule und wird schließlich seine beste Freundin. Unweigerlich verliebt sich der naive George in die offenherzige Schöne, weiß aber nicht, wie er ihr seine Gefühle zeigen soll.

    Seine neue Freundin bietet George eine Zuflucht vor dem nervigen Schulalltag und der Nerverei zu Hause, wo die Beziehung zwischen seiner Mutter und seinem Stiefvater keineswegs hält, was sie zu sein vorgibt. Schließlich, kurz vor dem Ende des Schuljahrs, stellt ihm der Schuldirektor ein Ultimatum: Entweder holt George in den nächsten drei Wochen all den Stoff nach, den er im gesamten Schuljahr versäumt hat, oder er rasselt durch die Abschlussprüfungen. Endlich begreift George, wie schnell die Welt zusammenbrechen kann, wenn man sich nur darauf verlässt, gerade so über die Runden zu kommen…

    Ähnlich wie die Hauptfigur George fragt sich der Zuschauer genauso: Wozu der Film? Die Geschichte ist nicht wirklich neu, die Hauptdarsteller könnten sich auch ein wenig mehr einbringen. Da hat man schon bessere Leistungen der beiden gesehen. Immerhin sind die Nebenrollen auch gut besetzt. Da müssen die Jungstars noch ein wenig Routinen üben, um die Leistungen von Blair Underwood oder Rita Wilson toppen zu können…

    Interessant ist die Verkleidung für Alicia Silverstone, die man als Lehrerin mit Brille und zusammengebundenem Haar kaum wiedererkennt. Dafür ist ihre Rolle auch genauso unscheinbar, aber doch sympathisch. In ihrer ersten größeren Rolle ist auch Steven Spielbergs Tochter Sasha zu sehen, die eine Mitschülerin spielt.

    Da gibt sich Hollywood mal wieder die Klinke in die Hand und dem Nachwuchs eine Chance. Leider ist aus dem Film nicht mehr geworden als ein belangloses Intermezzo. Wenn der Direktor zum Schluss des Films sagt: »Alles kann passieren.«, bezieht sich das zwar auf Hauptfigur George, doch kann man das nicht auf den Film anwenden. Es passiert genau das, was man erwartet bzw. befürchtet. mz

    Trailer | IMDb | Filmseite


    OT: The Art of Getting by
    USA 2011
    Drama
    FSK: Freigegeben ab 6
    83 min

    mit

    Freddie Highmore (George Zinavoy)
    Emma Roberts (Sally Howe) Luisa Wietzorek
    Blair Underwood (Direktor Martinson)
    Rita Wilson (Vivian Sargent)
    Michael Angarano (Dustin)
    Sasha Spielberg (Zoe Rubenstein)
    Elizabeth Reaser (Charlotte Howe)
    Marcus Carl Franklin (Will Sharpe)
    Sam Robards (Jack Sargent)
    Alicia Silverstone (Ms. Herman)
    u.a.

    musik
    Alec Puro

    kamera
    Ben Kutchins

    drehbuch
    Gavin Wiesen

    regie
    Gavin Wiesen

    produktion
    Goldcrest Films
    Gigi Productions
    Mint Pictures
    Island Sound Productions
    Atlantic Pictures

    verleih
    20th Century Fox

  • 2. Oktober 2011
    #drama  


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